"Wir sollten aus dem Fall Nico Lange keine Tragödie machen." Das sagte der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch am Montag, 27. August, im Interview der Deutschen Welle im Vorfeld seines Berlin-Besuches.
Viktor Janukowitsch
"Ich habe meine persönlichen Anweisungen an den Stabschef des Sicherheitsdienstes gegeben, auch an den Außenminister. Wir konnten diese Frage sehr schnell mit der deutschen Seite klären und deswegen ist auch diese Situation für uns erledigt."
Nico Lange, dem Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kiew, war auf Betreiben des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Juni am Flughafen der ukrainischen Hauptstadt die Einreise verweigert worden. Erst nachdem sich die Bundesregierung in den Vorgang eingeschaltet hatte, durfte Lange einreisen.
Von einem Fehler des Geheimdienstes wollte Janukowitsch nicht sprechen. Er räumte allerdings ein, dass er Ermahnungen ausgesprochen habe. "Bei jedem Konflikt sollte man vorsichtig vorgehen", sagte er.
"Ich möchte sagen, der Sicherheitschef verrichtet seine Arbeit auf gewohntem Weg und diese Arbeit hat auch keinen Zusammenhang mit der Arbeit von Journalisten." Damit wies Janukowitsch Vorwürfe zurück, wonach Geheimdienstchef Waleri Choroschkowski untragbar sei, weil er zugleich Eigentümer einiger der größten ukrainischen Medienunternehmen sein soll. "Also es ist so, dass er sein Vermögen an die Verwandten übergeben hat. Wir haben viele Beamte, die eben auch vermögende Menschen sind, und laut Gesetz wurde die Verwaltung von Vermögen dann an Treuhänder übergeben. Soweit ich weiß, ist das nicht nur in der Ukraine, sondern weltweit so."
27. August 2010