Digital Radio Mondial, DRM, heißt der Standard, mit dem bereits heute digitale Signale über Kurzwelle ausgestrahlt werden. Doch was bedeutet digital?
Auslaufendes Modell: Voll analoge Sendestrecke von Hirn (Komponist) zu Hirn (Hörer).
Rauschfreie Hörfunkprogramme über Kurz-, Mittel- und Langwelle - so knapp und einfach lässt sich DRM im Ergebnis zusammenfassen. Dass das an sich schon revolutionär ist, ist allen klar, die regelmäßig in den unteren Frequenzbändern des Radiowellen-Spektrums nach Sendern suchen.
Bislang war der Empfang von (analogen) Programmen in diesem Bereich im hohen Maße störungsanfällig. Rauschen, schwankende Signalstärke oder gar Störgeräusche minderten Hörgenuss und Verständnis. Bei einer digitalen Übertragung gibt es das nicht. Die Gründe dafür liegen in den Unterschieden zwischen einem analogen und einem digitalen Signal.
Analoge Schwankungen
Bei einer analogen Übertragung entspricht das elektrische Signal in seinen Schwankungen dem akustischen Signal (es ist analog dem akustischen Signal). Bei einer digitalen Übertragung wird die Information über die Art der Schwankungen weitergegeben.
Das heißt, alle Klänge - Musik, Geräusch oder Sprache - werden zunächst abgetastet (gesampelt). Darauf folgt die "Beschreibung" dieser Samples in Form eines binären Datenstroms. Dieser Datenstrom ist eine Folge von gleichbleibenden elektrischen Impulsen in einer hohen Frequenz. Man spricht deswegen auch von einem binären System, denn es gibt in diesem Datenstrom nur zwei (bi = zwei) Zustände: "Strom fließt" oder "Strom fließt nicht".
Wenn Empfang, dann störungsfrei!
In einer idealen Situation kann auch ein analoges Signal nahezu störungsfrei übertragen werden. Doch gelingt es dann kaum, Störungen herauszufiltern. Anders bei einem digitalen Signal. Hier müssen die Impulse nur einer gewissen Signalstärke entsprechen (quasi "laut" genug sein), schon kann der Empfänger sie von allen anderen Signalen trennen und wandelt dann die vorher digitalisierten Klänge wieder in analoge um. Dabei wird gemäß der "Beschreibung" eines Samples dieses wieder generiert. Denn unsere Ohren brauchen ein analoges Signal, bei dem die Schwingungen der Klänge entsprechend in Schwingungen des Trommelfells umgesetzt werden.
DRM nutzt nun die Vorteile der amplitudenmodulierten Radioübertragung im Bereich der Kurz-, Mittel- und Langwelle (Überbrückung weiter Distanzen) und verbindet sie mit denen der digitalen Übertragung. Auf einer Trägerfrequenz werden dabei digitalen Impulse aufmoduliert, die so vom Empfänger entgegen genommen werden können. Ist das Signal stark genug, gelingt ein klarer, störungsfreier Empfang. Anders hingegen bei schwindender Signalstärke: Sinkt das Signal unter einen bestimmten Schwellenwert, verschwindet es nicht in den Störgeräuschen wie bei der analogen Übertragung, sondern vollständig. "An" oder "Aus" gilt also auch für den Empfang. Die Deutsche Welle trägt dieser Tatsache durch aufwändiges Monitoring Rechnung, um eine möglichst gute Versorgung sicherzustellen.